Reisertrends: Rucksack-Tourismus
Back-Packer entdecken die Welt
Bis heute hat die Hippie-Bewegung an ihrer Vorbildfunktion für Rucksacktouristen, den so genannten Back-Packern, nichts eingebüßt. Nur mit dem Wichtigsten ausgestattet, geht die klassische Rucksackreise meist in ärmere Länder in Asien, Südamerika oder Afrika. Auch hier geht es dem Reisenden darum, sich abzusetzen vom Mainstream, vom Pauschaltouristen, der zwei Wochen am Strand liegt und nichts von Land und Leute kennen lernt. Abseits von touristischen Pfaden ist der klassische Rucksacktourist auf der Suche nach Abenteuer und Kontakt mit der Bevölkerung um seinen Horizont zu erweitern. Mittlerweile ist zwar auch der Rucksack-Tourismus durch so genannte Round-The-World-Tickets zum Massenphänomen geworden und wird zunehmend auch bei älteren Menschen beliebter.
Waren in den 70er Jahren die „Drifter“ diejenigen, die aus ihrer gewohnten Lebensweisen ausgebrochen sind, um sich auf unbestimmte Zeit ohne festen Reiseplan zur Erkundung der Welt aufmachten, sind es inzwischen gut ausgebildete Menschen um die 30, die sich auf Backpacker-Tour begeben. Diesen Wandel kann man bestens an der Entwicklung des Backpacker-Reiseführers Lonely Planet ablesen. Als der australische Verlag im Jahr 1975 seine erste Veröffentlichung „South–East Asia on a Shoestring“ heraus brachte, war das Buch nur Insidern bekannt, mittlerweile liegt die dreizehnte Auflage vor und führt Rucksacktouristen aus allen Teilen der Welt durch Südostasien. Auch das alte Hippie Motto „Leben wie die Einheimischen“ gilt für die neue Generation des Rucksacktouristen nicht zwingend. Billig Reisen auf der einen Seite, aber auch die Nutzung touristischer Infrastruktur auf der anderen Seite widersprechen sich heutzutage nicht mehr.
Eng verbunden mit Rucksack-Reisen ist das so genannte Interrail. Das in den 70er Jahren eingeführte Bahnticket ermöglicht es einem mit der Bahn bis zu 30 europäische Länder zu bereisen und ist besonders für junge Leute bis 25 Jahren eine günstige Variante, Europa zu entdecken. Die Route darf sich jeder selbst zusammenstellen und entscheiden wo hin die Bahnreise zu erst hin geht. Im Paketpreis von mittlerweile 195 Euro (Stand: September 09) sind zum Beispiel alle Schienennetze der Länder Italien, Griechenland, Slowenien und Türkei frei nutzbar. Für diese eine Zone ist das Ticket 16 Tage lang gültig. Wer den Osten Europas gleich mit einschließen will, nimmt einfach eine weitere Zone dazu: In einem Gesamtzeitraum von bis zu 22 Tagen können dann noch Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Kroatien und Bosnien-Herzegowina erkundet werden.
01805-732 732 (0,14 €/Min. dt. Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Min.)
