Reisegeschichte: Pilgerreisen

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Reisegeschichte: Pilgerreisen

Reise und Religion

Um eine bestimmte Form von Eroberung ging es auch bei den religiös motivierten Reisen seit dem Mittelalter. Hier lässt sich in Mission und Pilgerreise unterscheiden. Im westlichen Kulturraum ist es vor allem das Christentum, das Missionare auf Reisen schickt, um Völker und Länder zum Christentum zu bekehren. Oft waren und sind Missionare die ersten, die gewisse Gebiete betreten und Naturvölkern gegenübertreten. In den meisten Fällen geht es dabei mittlerweile auch um Entwicklungshilfe, doch ist die Geschichte der Mission eine sehr umstrittene. Die Mission, die Sendung, der Auftrag, begann im 6. Jahrhundert im keltischen England und Irland und entwickelte sich in dem Maße weiter, wie das Christentum an politischem Einfluss gewann. Gerade in Südamerika spielten Missionare oft eine unrühmliche Rolle bei der Unterdrückung der ursprünglichen Einwohner des Kontinents.

Friedlicher waren dagegen die Pilgerreisen, die auch bei anderen Religionen bekannt sind. Diese Wallfahrten zu Heiligtümern sind im Islam die Hadsch nach Mekka, im Hinduismus reist man beispielsweise an den Ganges, zum Ort Benares und auch Buddhismus und Shintoismus kennen Pilgerfahrten. Einer der berühmtesten Pilgerwege des Christentums ist der Jakobsweg, der nach Santiago de Compostela in Spanien führt. Die beiden bedeutendsten christlichen Wallfahrtsorte sind aber Rom und Jerusalem, das im Mittelalter zum Objekt der Kreuzzüge wurde. Rund um Pilgerwege entwickelte sich eine touristische Infrastruktur, wie sie heute noch am Jakobsweg nachvollzogen werden kann. Diese Reisen hatten also von Anfang eine wirtschaftliche Bedeutung für die Region, während sie für den Pilger vor allem von spiritueller Bedeutung waren. Die Päpste förderten sowohl Pilger und Wallfahrer, als auch Missionare und Entdecker.

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