Fluggeschichte: Die Brüder Wright und Charles Lindbergh
Endlich ganz oben: die Wright-Brüder
Auch in Amerika hatte man von Otto Lilienthal und seinen Forschungsergebnissen gehört. So befassten sich zum Beispiel die beiden Brüder Wilbur und Orville Wright intensiv mit seinen Resultaten und begannen, selbst noch mehr über das Fliegen herauszufinden. Als sie 1901 zum ersten Mal mit ihrem selbst entwickelten Doppeldecker eine wenige Meter lange Strecke zurücklegten, war ihr Vorbild allerdings bereits vier Jahre tot. Lilienthal war in der Nähe von Berlin beim Test eines seiner Fluggeräte abgestürzt und hatte sich dabei das Genick gebrochen. Doch die Wrights hatten es endlich geschafft, die Widrigkeiten, an denen ihre Vorgänger sich noch die Zähne ausgebissen hatten, zu überwinden. Schnell war klar, was der nächste Schritt sein müsste: Ein Flugzeug, dass aus eigener Kraft abhebt und fliegt. Und schon am 17. Dezember 1903 absolvierten Wilbur und Orville den ersten Flug in einem motorisierten „Donnervogel“.
Flugzeuge als Waffe und die erste Atlantik-Überquerung
Die Entwicklung von Flugzeugen wurde plötzlich zu einer Angelegenheit, für die sich neben wissbegierigen Physikern nun auch die Regierungen der internationalen Großmächte interessierten. Kriegsflugzeuge, anfangs nur zum Ausspähen, später mit Gewehren bestückt, wurden als Waffe entdeckt, und zeigten bereits im Ersten Weltkrieg, wie sehr die Bedeutung von Landesgrenzen und natürlichen Barrieren wie Gebirgen, Flüssen und Meeren geschrumpft war – wenn auch im negativen Sinne. Jubel brachte die Luftfahrt erst wieder 1927, dem Jahr, in dem Charles Lindbergh in seiner bis heute weltberühmten „Spirit of St. Louis“ als erster Mensch allein und ohne Zwischenlandung den Atlantik überquerte. Ab jetzt war klar, dass auch Passagierflugzeuge (die es bereits seit 1919 gab) bald ebenfalls über den Großen Teich fliegen würden.


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